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Dieser Artikel soll nur einen kleinen Überblick über die Rockabilly und Rock´n´Roll Szene in den 50ern geben und er ist mehr für solche Leute gedacht die neu in unserer Szene sind oder sich für unsere Szene interessieren. Wie gesagt es handelt sich bei dem Artikel nur über einen kleinen Überblick und man kann sicherlich alles noch genauer beschreiben und erläutern aber dieses überlasse ich anderen, denen, die es vermutlich besser können.
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Es war einmal ?
Zum Anfang eine Frage, wann wurde der Begriff Rock´n´Roll geprägt?
Nun ja, der Begriff Rock´n´roll kommt ursprünglich aus dem Slang der farbigen amerikanischen Bevölkerung und bedeutete nichts anderes als SEX! Wie kam es dann aber dazu, dass der Begriff für Musik verwandt wurde? Oben im Norden der USA, in Cleveland, entdeckte Alan Freed vom Radiosender WJW, dass Teenager auch auf R&B standen, beim R&B ging es um die Haltung mindestens so sehr wie um irgend etwas sonst. In der Musik kam ein völliger Mangel an Unschuld zum Ausdruck, die gleichzeitig über alle maßen zelebriert wurde. Die begriffe, die sich mit dem wichtigsten Element des R&B, dem Beat, verbinden wie gleichmäßiger Rhythmus, Sex und Gewalt, stehen eindeutig für diese Musik.Freed war zwar kein Visionär, aber er war beherzt genug auch kontroversen zu riskieren. 1952 brachte er unter dem Motto „Moondog´s Coronation Ball“ eine Rhythm-Show auf die Bühne.Horden von weißen und schwarzen Kids insgesamt 21000, dreimal so viele, wie die Cleveland-Arena zu fassen vermochte, ließen die Veranstaltung aus den Nähten platzen. Nach diesem Erfolg erweiterte Freed sein Programm, um bei den Neuerscheinungen, die er vorstellte, auch den letzten Schrei an R&B präsentieren zu können. Damit löste eine Landesweite Hysterie aus.Freed begann dann auch in seinen Radioshows den Begriff Rock´n´Roll für die schwärzeste Form des R&B zu prägen.
Soviel zum Begriff Rock´n´Roll aber wann entstand nun die Musik?
Nun die ersten Songs mit „Rock´n´Roll“ im Titel oder auch innerhalb des Textes wurden in den späten 1930er Jahren herausgebracht so z.B. der Song My Daddy Rocks Me With One Stady Roll von Trixie Smith. Viele R&B Songs der 1940er Jahre hatten einen Rhythmus und Sound der sehr nahe an den Rock´n´Roll herankam wie zum Beispiel der Song Caladonia Boogie von Louis Jordan, der Song Jumpin´ Jive von Cab Calloway, Roy Browns Good Rockin´ Tonight oder We’re Gonna Rock, We’re Gonna Roll von Wild Bill Monroe.Für viele Fans sind die Lieder „Rocket 88“ , von Ike Turner und seiner Band Kings Of Rhythm von 1951 gesungen von Jackie Brenston, der auch Saxophon bei dieser Aufnahme spielt und „Rock The Joint“ von Bill Haley anfang 1952 die ersten wirklichen Rock´n´Roll Songs. Aber mit Bestimmtheit kann glaube ich keiner sagen wann und durch wenn der Rock´n´Roll „erfunden“ worden ist. Eins jedoch kann man mit Bestimmtheit sagen, dass Mama R&B und Papa Country zu beginn der 50er eine ziemlich Heiße Affäre hatten und ihr Baby dann Rock´n´Roll nannten.Jedoch dauerte es eine Zeitlang bis, der Rock ´n´ Roll wirklich durchbrach.Als das Lied „Rock Around The Clock“ von Bill Haley 1954 herausgebracht wurde, erregte das Lied keine große Aufmerksamkeit. Als das Lied dann aber in dem Film Blackboard Jungel (Saat der Gewalt) als Titelmusik lief, schaffte er es, genau 1 Jahr nach seiner Veröffentlichung, in die Charts und erreichte dort Platz 1 und blieb dort für 8 Wochen.Damit war der Durchbruch für den Rock´n´Roll geschafft.
ROCK-A-BILLY
Was
ist den nun aber Rockabilly? Ähnlich wie beim Rock´n´Roll, ist Rockabilly
eine Verbindung aus Schwarzer und Weißer Musik; dem Hillbilly auf der einen
und dem R&B auf der anderen Seite.Für die Meisten Fans liegt der
Geburtsort und –stunde des Rockabilly in einem kleinen Studio in der 706
Union Avenue in Memphis Tennessee, als drei völlig irre Musiker versuchten
einen Song mit dem Titel „That´s All Right Mama“ aufzunehmen. Keiner
weiß genau wer von den Musikern es war, der dass Tempo angezogen hat, war es
der Gitarrist, der wie wild anfing auf seiner Gitarre rumzuschrädern, der
Bassist, der wie Wild auf seinen Contrabass einhämmerte wie ein Wilder aus
Borneo oder gar der Sänger, der auf einmal anfing etwas bedrohliches und
mystisches in das Mikrofon zu singen. Als die drei Musiker Elvis Presley (vocal/acoustic
rhythm guitar), Scotty Moore (electric lead gituar) und Bill Black (acoustic
bass) am 05.07.1954 aus dem SUN-Studio gingen hatten sie R&B und Hillbilly
so sehr miteinander verschmolzen, dass sie etwas völlig neues erschaffen
haben, den Rockabilly.
Rockabilly-Musik bekam zu Anfang nicht die Aufmerksamkeit wie Rock´n´Roll und schaffte es erst 1956 in die nationalen Charts zu kommen.Es ist fast schon symbolisch, dass die Erste Rockabilly Platte („Blues Suede Shoes“ von Carl Perkins) die es in die Charts schaffte genau am 1. Januar 1956 herauskam.Zu diesem Zeitpunkt tauchte auch das Wort Rockabilly (auch Rock-A-Billy oder Rock-Billy geschrieben) in Musikzeitschriften auf und im laufe des Jahres wurde es genauso oft von jugendlichen benutzt wie das Wort Rock´n´Roll. Während die Charts 1955 noch mit Lieschenmüllertränendrüsenschrott von Tony Bennet oder Perry Como vollgepackt waren und kaum Rock´n´Roll enthielten, so wurden sie 1956 fast ausschließlich von Rock´n´Roll und Rockabilly beherrscht.Rockabillymusik wurde von den großen Musiklabeln nie richtig akzeptiert oder als Schrott abgetan und somit mehr von unabhängigen Labels herausgebracht.Da die kleineren Labels keinen starken vertrieb hatten, waren die Rockabilly Stücke meistens nur am hinteren Ende der Charts zu finden.Eines der größten Label für Rockabillymusik war das SUN Label in Memphis. Ebenso erfolgreiche Produzenten für diese Art von Musik waren METEOR (Memphis), STARDAY (Huston) und KING (Chincinatti). Neben diesen größeren gab es noch Hunderte von kleinen Labels.Es ist interessant zu sehen, dass die wildesten Rockabilly Stücke, die es zwar kaum in die Charts schafften, in fast jeder Jukebox zu finden waren.
Wie
kam es dazu?
Die meisten Weißen jugendlichen hatten zwar Geld um es für Rock´n´Roll Platten auszugeben aber sie kauften anstelle des wilden Rock´n´Roll, eher Platten von Spießern wie Pat Boone welcher mit seinen Cover-Versionen von R&B und Rock´n´Roll Nummern Millionen von Dollars schöpfte. Pat Boone hat Cover-Versionen aufgenommen von: Ain´t that a shame von Fats Domino, Tutti Frutti von Littel Richard, I almost lost my mind von Ivory Joe Hunter, I´ll be home von den Flamingos, Two hearts, Two kisses von den Charms usw.
Warum
überhaupt Cover-Visionen?
Nun die Manager der großen Plattenfirmen standen vor einem Problem: Als zivilisierten und kultivierten Menschen war es ihnen zutiefst verhasst Schrott wie Rock´n´Roll oder Rockabilly herauszubringen, aber wer konnte sich schon soviel Kohle durch die Lappen gehen lassen? Ihre Lösung: Wenn ein schwarzer Song (hin und wieder ein Hillbilly) Anstalten machte, sich zum Hit zu mausern, nahmen sie auf der Stelle einen „sauberen“ weißen Künstler unter Vertrag, der das Stück kopierte oder eine „Cover-Version“ sang. Und da große Radiostationen sich weigerten, Songs mit einem schwarzen Sound zu spielen, wurden in der Regel die harmlosen weißen Cover-Versionen zum verdienstträchtigen Hit. Das hört sich nicht nur ungerecht an, das war ungerecht. Doch wurden so wachere Zuhörer auf die Original-Versionen aufmerksam, von denen sie sonst nie etwas erfahren hätten.Rockabilly wurde kaum gecovert, denn er sagte eh eher einem wilderen Haufen zu, nicht unbedingt jugendlichen kriminellen aber doch wohl solchen aus ärmlicheren Verhältnissen, die lange haare (Nun ja lang für die 50er) und Kotletten hatten, Blue Jeans und schwere Stiefel trugen und wenn sie es sich leisten konnten Hot Rods, Customs oder Motorräder fuhren.Die meisten von ihnen hatte zwar nicht die Kohle um sich Platten leisten zu können jedoch genug um die Jukebox zu füttern. Der seltenste, wildeste Rockabilly schaffte es zwar nie an die Spitze der Charts, jedoch hörte man ihn jede Nacht in jedem Musikschuppen im ganzen Land aus einer Jukebox dröhnen.
The Beat, the Beat, the Beat!
Die meisten Erwachsenen waren gegen diese Art von Musik. Sie betrachteten sie als zersetzend, Jugend gefährdend, Kriminalität fördernd (In New York City allein gab es 1957 über 350 Jugendgangs) und sexuell anrüchig, was sie auch durchaus war und auch sein sollte, man möge sich mal das Bild in einer kleinen sauberen Vorstadt in den USA vor Augen führen, in der rechtschaffende Menschen leben, die brav die Republikaner wählen und auf einmal ertönt aus dem Zimmer der Kinder der Song Breathless von Jerry Lee Lewis mit der Zeile: „When you love me love me right“ („wenn du mich liebst, liebe mich richtig“) spätestens in diesem Moment würde der ach so liebe Daddy entweder einen Herzinfarkt kriegen und die Liebe Mom zu Gott und um Vergebung für die Kinder beten oder der ach so liebe Daddy würde die Scheiße aus seinen Kindern rausprügeln und der nächsten Bürgermiliz beitreten damit diese „Nigger-Musik“ sich nicht noch mehr ausbreitet und Söhnchen oder Töchterchen noch mehr verdirbt.Denn die Eltern mochten weder den treibenden, primitiven Rhythmus noch die Zweideutigentexte. Sie beschimpften die Musik, als “Dschungel-“ oder „Negermusik“, was ihrer Popularität jedoch nicht schadete sondern sie eher noch steigerte, denn was macht mehr Spaß als sich den Eltern oder der Obrigkeit zu wiedersetzen?!
Leute die gegen Rock´n´Roll waren besonders, Eltern, Lehrer, Spießer oder der Alabama White Citizen Concil brachten die neue Musik auch mit der steigenden Anzahl von jugendlichen Drogennutzern in Verbindung (Gemäß der New Yorker Polizei gab es in New York City 1955 bis zu 5000 Drogen Konsumenten, während es 1958 schon 15000 waren.), jedoch sollte man dabei beachten, dass es sich bei den Drogen meistens um Cannabis handelte und weniger um harte Drogen wie Heroin oder Koks und was das alles mit Rock´n´Roll zu tun haben soll ist mir auch ein Rätsel ?!
Des
weiteren kam es zu mehreren Krawallen nach oder vor Rock´n´Roll Konzerten
wobei die Presse auch hierbei kräftig mithalf dem Rock´n´Roll ein mieses
Image zu verpassen, so wurde harmlose Rempeleien vor den Konzerten gleich als
Massenschlägerei bezeichnet.Um den
„Umtrieben“ her zu werden, verboten einige Städte, dass öffentliche hören
und abspielen dieser Art von Musik. Des weiteren wurden Platten öffentlich
verbrannt oder Live im Radio zerstört.Die Musik wurde ebenfalls von der
Kirche als Teufelsmusik gebranntmarkt und ihre Hörer wollte man am liebsten
gleich, in den siebten Kreis der Hölle
schicken.Dieses wiederum führte dazu, dass die Jugendlichen die Musik erst
recht konsumierten und sich noch rebellischer gegenüber den Erwachsenen
zeigten und deren Wertvorstellungen den Kampf ansagten.Doch das dieses alles
mit der Musik in Verbindung zu bringen ist mehr als absurd, den die Musik
dient eher dazu den Jugendlichen als Symbol ihrer Unterscheidung von den
Erwachsenen.Weiterhin haben es die Sogenannten Erwachsenen versäumt auf die
Bedürfnisse oder besser gesagt auf die Jugendlichen überhaupt einzugehen.Tja
anstatt sie und ihre Bedürfnisse ernst zunehmen wurde sie wie Baby behandelt.
Hey Kumpel! Was machst du denn heute?
Die
sogenannten High School hops waren zwar ganz nett aber für die Leute die auf
einen wilderen Sound standen und eine richtige Party wollten gab es andere Möglichkeiten.Es
gab z.B. jeden Tag Konzerte oder Record Hops, die die ganze Nacht durch
gingen. Die Populärsten Tänze auf den Konzerten und hops waren der Jive
(jedoch nicht das Tanzschulen Gehopse welches man heute als Jive bezeichnet),
der Bop und der Stroll. Aber es gab auch noch andere Tänze wie, Bunny Hop,
den Chicken, den Walk, den Calypso und noch viele mehr die jedoch nur für ein
paar Monate bestand hatten oder nur regional bekannt waren.
Wild
Shows!
Die
Live Shows waren viel Wilder als jemals davor. Die Filme aus der Zeit zeigen
uns leider nicht die wildesten Bands aber Dank der Tausenden von Fotos auf
Plattencovers oder auch in Büchern und Magazinen bekommt man doch einen guten
Überblick über diese wilden Jahre.Empfehlen möchte ich an dieser Stelle
einige der bekannteren Filme die gute Show und Tanz Szenen enthalten so z.B.
Rock´n´Roll The Early Days, Rock Rock Rock, The Girl Can´t Help It
(Schlagerpiraten), Rock Around The Clock (Außer Rand und Band), Shake Rattel
& Rock, Rock Pretty Baby, Don´t Knock The Rock, The Big Beat, Jamboree,
Mister Rock and Roll, Untamed Youth, Highschool Confidental und Hound Dog Man.
Get
Hot Or Go Home oder das
Langsame
Ende
des Rock´n´Roll
In
den Jahren 1955-57 waren die Amerikanischen jugendlichen total fasziniert vom
Big Beat und ihr Enthusiasmus wurde nur noch durch die Ablehnung der Eltern
Gesteigert.Jedoch in Jahren 1958-60 fingen die dinge an sich langsam
zu ändern.Die Musik hatte ihre Neuheit eingebüsst und fing sogar an
von den Eltern akzeptiert zu werden –Tja was für schlechte Neuigkeiten.Die
Eltern fingen an zu realisieren, dass Elvis doch kein so böser Typ war und
Familien orientierte Filme wie „Rock Pretty Baby“ zeigten das Rock´n´Roll
nicht die leichtsinnige, völlig außer Kontrolle geratene Musik ist, wie sie
zu anfang dachten.Das Resultat des ganzen war, dass in diesem Jahr nur
einige Rockabilly stücke produziert wurden und der Rock´n´Roll, bis auf
einige Ausnahmen, die dafür umso wilder waren, seine harten Ecken und Kanten,
verlor.Elvis ging zur Armee und überlies
seinen Platz in den Herzen von Millionen von Mädchen Ricky Nelson. Nelson
spielte einen Rock´n´Roll der näher am Pop orientiert war und damit dann
die Charts stürmte gefolgt von Softies wie Frankie Avalon oder Fabian.Alan
Freed der viel dazu beigetragen hat; durch seine TV, Bühnen und Radio Shows
Rock´n´Roll Musik den Massen näher zu bringen, musste nach dem sog. Pay-Ola
Skandal aufhören und seine Show
dem seichteren Moderator Dick Clark und seiner traurigen Show „American
Bandstand“ überlassen. Alan Freed starb 1965 als gebrochener Mann.
Einige
der wildesten und besten Vertreter waren tot,wie z.B. Buddy Holly, Big Bopper,
Ritchie Valens, Eddie Cochran oder aus dem Verkehr gezogen z.B. Jerry Lee
Lewis, Chuck Berry und Elvis.Und so endete das Jahrzehnt wie es angefangen
hatte und zwar langweilig, angepasst und unschuldig.
Der Rock´n´Roll jedoch hatte seine Saat gesät und lies sich nicht so einfach unter den Teppich kehren und am Ende des Tunnels sah man schon das Licht, und zwar kam es in den 70er und 80er Jahren zu einem regelrechten Rock´n´Roll und Rockabilly Revival so das diese Musik auch Heute noch ihren Bestand hat und haben wird.Chuck Berry sagte einmal dazu:„New waves go up and down, they come and go, but Rock´n´Roll will stay forever.” Recht hat er!!
Klamotten
Die
Bekleidung in den 50er war gewöhnlich sehr bunt und ihre Designs waren wild
und außergewöhnlich.Anfang der 50er waren bei farbigen Hep Cats Pastelltöne
sowie die Kombination pink und schwarz in den Klamotten sehr angesagt.So bald
weiße jugendliche anfingen Schwarze Musik zuhören, fingen sie auch an die
Kleidung der farbigen an zu tragen.Es ist ebenso interessant zu beobachten,
dass in dem Jahr in dem Pastelltöne in der Kleidung auftauchten auch in Autos
diese Farben auftauchten (ca. 1953).
Ein typischer Hipper jugendlicher den man in den 50ern in den USA auf der Straße traf hatte höchstwahrscheinlich folgende Klamotten an, ein Garbedine Jacket, ein weißes T-Shirt mit oder ohne Garbedine Hemd, eine hochgekrempelte Jeans und schwere Stiefel.Weitere Klamotten, die männliche jugendliche trugen waren, Wolljacketts, Jeans Jacken, Lederjacke, Peg Pants, Wildlederschuhe und Two Tone Shoes. Wurde keine Jacke getragen wurden die Hemden über der Hose getragen. Mädchen trugen meistens Röcke mit oder ohne Petticoat, Kleider und Capri Hosen, Jeans (die meistens hoch gerollt wurden), Saddel Shoes, Semi High Heels, einige Mädels trugen auch T-Shirts und schwere Stiefel.
Hell
on wheels!
Einfach
gesagt die jugendlichen die hip waren fuhren in den 50ern Hot Rods oder
Customs und die Spießer normale Wagen. In den 50ern gab es Millionen von
umgebauten Kisten in den USA, die meisten von ihnen waren jedoch nur ein wenig
umgebaut, wie z.B. ein neuer Grill und etwas tiefer gelegt, dieses reichte
dann völlig aus um ein paar Mädels am Wochenende aufzureißen.Anfang der
50er hatte fast jeder jugendliche einen Nebenjob oder träumte zu mindest von
einem. Zu diesem Zeitpunkt fingen auch dieTageszeitungen an Rodder als
kriminelle darzustellen. Obwohl die meisten Hot Rod Clubs versuchten ihr Image
aufzubessern gelang es ihnen kaum. Dragstrips gab es zu diesem Zeitpunkt noch
nicht und somit konnten die Rodder nur abgelegene Straßen oder Straßen
innerhalb der Städte benutzen um ihren durst nach Geschwindigkeit zu
stillen.An jedem Freitagabend in fast jeder amerikanischen Stadt fanden Straßenrennen
von Drive-Inn zu Drive-Inn statt.Das erste woran die Polizei dachte war es die
Leute die an solchen „Night Drags“ teilnahmen festzunehmen. Die Polizei
merkte jedoch schnell, dass sie mit dieser Maßnahme den Straßenrennen nicht
Herr wurde.Die einzige Möglichkeit bestand darin mit den Clubs zu kooperieren
und Legale Dragstrips zu bauen.
Während
die 50er voranschritten schritt auch der Bau von Dragstrips voran. Fast jede
größere Stadt in den USA hatte einen Dragstrip und dort wo es keinen gab
erlaubte die Polizei den Roddern Flugfelder oder Highways die sich im Bau
befanden zu benutzen um darauf Rennen fahren zu können.Die meisten Rodder störte
es auch nicht viele Meilen zum nächsten Dragstrip zu fahren um dort ihren Spaß
zu haben.Einige nutzten aber die Möglichkeiten die ihnen geboten worden aus
einem einfachen Grund nicht, sie brauchten den Kick durch die Stadt zu rasen
oder rennen auf dem Highway zu fahren. Diese Rodder nannte man „Shot Rodders“.
Diese Jungs waren meistens in keinem Club organisiert und wenn sie es waren so
war der Club nicht sonderlich durchorganisiert und alles andere als
gesetzestreu.
Trotz
der Hot Rod Krawalle, die 1956 während der Daytona Speed Week stattfanden und
in denen die Innenstadt Daytonas von kriminellen Roddern zerstört wurde,
betrachteten die großen Medien ab Mitte der 50er das Thema Hot Roding eher
gelassen, sie erkannten den unterschied zwischen Roddern die sich
„benahmen“ und den Outlaws oder besser den Shot Roddern. Hot Rods waren
damit an der Spitze ihrer Popularität angekommen und wurden Subjekte in
Liedern, Filmen, TV Serien, Zeitschriften, usw.
Auch Heute noch gibt es eine große Hot Rod Szene in den USA und auch in Europa.
Währenddessen in Europa
In
Europa startete die Rock´n´Roll Rakete zum selben Zeitpunkt wie in den USA
und zwar 1955.Auch die Europäischen jugendlichen nahmen begeistert die neue
Musik auf, mussten sich aber gleichzeitig wie auch ihre amerikanischen
„Bundesgenossen“ mit ihren Eltern auseinandersetzen, diese waren, wie in
den USA auch, alles andere als begeistert von dieser Musik und machten die
Musik dann auch für alle möglichen Missstände in bezug auf die Jugend
verantwortlich gemacht.Ferner wurde die Musik als „Amigeduddel“,
„Urwaldmusik“ und „Undeutsch“ in schönster Nazi Manier angegriffen.
Während zu Anfang noch ausschließlich amerikanische Bands wie Bill Haley and his Comets den Musikmarkt in Europa beherrschten so gab es bald auch hervorragende europäische Rock´n´Roll Acts wie z.B. Tommy Steel, Billy Fury, Little Gerhard oder Fats and his Cats.Des weiteren wurden die jugendlichen noch von Diversen Radiostationen mit ihrer Musik versorgt wie z.B. Radio Luxemburg mit Gus Goodwin seiner „Rockabilly Party“ oder Alan Freed seiner „Rock´n´Roll Dance Party“ oder auch diversen Sendungen auf AFN oder BFN.Weiterhin gab es bald in jeder größeren Stadt dann auch bald diverse Clubs in denen man ungestört seinem Laster nachgehen konnte. Die größten Clubs in Europa waren das 2I´s in London, das Golf Drouot in Paris und der Boogie Club in Deutschland der Boogie Club war auch der Größte Club in Europa, er war jeden Abend mit bis zu 500 Leuten gefüllt. In den verschiedenen Clubs wurden dann auch eigene Tänze kreiert wie z.B. den Creep in England.
Rock´n´Roll Krawalle!
Ich möchte in diesem Abschnitt einen kurzen überblick über die sogenannten Halbstarken-Krawalle in Deutschland in den Jahren 1956-1958 geben.
Ja
es war nicht immer alles eitel Sonnenschein in den 50ern und ich muss sagen,
dass ich es zum kotzen finde wie dieses Kapitel der „goldenen 50s“
meistens unter den Teppich gekehrt wird und von allen die Zeit als sooooo schön
dargestellt wird. Es wird jedoch häufig vergessen, dass die Gesellschaft,
egal ob in den USA oder Europa, damals alles andere als offen und tolerant
gegenüber jugendlichen und
Minderheiten war. Als dann der Rock´n´Roll kam und die jugendlichen in ihm
ein Ventil für ihren Frust fanden, da entlud sich der aufgestaute Hass gegen
die Spießige Welt der Erwachsenen. Denn
die Erwachsenen forderten immer strengeren Gehorsam und Autoritätsanerkennung
während die Jugendlichen von den Erwachsenen ernst genommen werden wollten.
,,Was mit unserer Jugend nicht in Ordnung ist? -Ich kann es mit einem Wort
sagen: die Eltern."(Norddeutsche
Zeitung vom 30.6.1956)
In den fünfziger Jahren war die Prügelstrafe ein gebräuchliches Mittel der Erziehung von Kindern und Jugendlichen egal ob zu Hause oder in der Schule. Ein weiteres Ziel der Erziehung und der Sexualpädagogik der 50er Jahre war es, die jugendlichen und jungen Erwachsenen zum totalen Verzicht auf Sex vor der Ehe zu erziehen und sich ohne wenn und aber den Erwachsenen unterzuordnen. Zwar hatten in den 50ern fast alle jugendlichen Arbeit aber dafür mussten sie auch richtig knüppeln, den nach den gültigen Jugendarbeitsschutzbestimmungen war es zulässig das die 14-18 jährigen bis zu 48 Stunden in der Woche Arbeiten zu lassen.
Um es auf einen Nenner zu bringen:„Das Leben in den 50er Jahren war für die meisten Jugendlichen mehr als beschissen, denn alles was Spaß machte,war mehr oder weniger verboten oder wurde von Eltern, Lehrern, Ausbildern oder der Polizei mehr oder minder streng überwacht!“
So
kam es dann in den Jahren 1956-1958 allein in Deutschland bis zu 100 Krawalle
von jugendlichen. So gab es z.B. Krawalle in: Berlin, Hamburg, Gelsenkirchen,
Dortmund, Braunschweig und Hannover. Die meisten Krawalle gab es jedoch in
Berlin und Nordrhein-Westfalen (ca. 60). In Gelsenkirchen kam es am
10.11.1956 zu einem der schwersten Krawalle, bei dem ca. 1500!! Jugendliche
nach einer Filmvorführung den Bahnhofsvorplatz und eine Seitenstraße
blockierten und sich eine Schlacht mit der Polizei lieferten. Der bekannteste
Vorfall in Hannover ereignete sich am 13. August 1956. Bei diesem Krawall
wurde zunächst der Verkehr blockiert und anschließend grölend und pfeifend
durch die Straßen gezogen und sowohl Passanten als auch die Polizei
provoziert. Die Aggressionen richteten sich aber in erster Linie gegen die
Polizei. Zentrale Komponenten der ,,Halbstarken" war, neben dem
Gruppenerlebnis eindeutig die Action- und Spaßkomponente. Obwohl etliche
Jugendliche festgenommen wurden, trafen sie sich an den darauffolgenden Tagen
weiterhin an den, kritischen Stellen, jedoch ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Die Polizei reagierte Anfang September mit einer großangelegten
Flugblattaktion, bei der vor den Konsequenzen ,,halbstarken" Verhaltens
gewarnt wurde.
Damit waren die größeren Ausschreitungen in Hannover, im Gegensatz zum Rest
der Bundesrepublik, schon relativ früh beendet. Die Niederschlagung der
Krawalle in Braunschweig zeichnet sich besonders durch die Härte der
polizeilichen Durchgriffe aus. ,,...den jugendlichen zu zeigen, dass es noch
eine Autorität gibt." (Braunschweiger Zeitung vom 25./26.8.1956 S.5)
Der erste Krawall fand am 23. August statt. Etwa 800 Jugendliche fanden sich
an diesem Dienstag zusammen. Zentraler Punkt war sowohl beim Ersten als auch
beim Folge-Krawall am nächsten Tag das Blockieren der Straße und herumgröhlen.
Nachdem die Jugendlichen von der Polizei dreimal erfolglos aufgefordert wurden
den Ort der Versammlung zu verlassen, ging ein größres Polizeiaufgebot mit
Gummiknüppeln gegen sie vor. Auch beim Folge-Krawall am nächsten Tag,
begleitet von vielen Schaulustigen, kam es zu einigen Aktionen der
Jugendlichen. Bilanz des ersten Tages: sieben Festnahmen (darunter auch ein Mädchen)
und etlichen Verletzungen auf Seiten der ,,Halbstarken". Am 30.12.1956
kam es nach einer Vorführung des Films „Außer Rand und Band“ (Rock
Around The Clock) mit Bill Haley zu schweren Ausschreitungen in der Dortmunder
Innenstadt. Etwa 4000!! Jugendliche lieferten sich Straßenschlachten mit der
Polizei, diese wurde der Lage erst her nach dem sie Wasserwerfer und Schlagstöcke
einsetzte. Die wohl bekanntesten Krawalle gab es am 26.10.1958 im Berliner
Sportpalast während eines Bill Haley Konzerts. Dort lieferten sich ca. 3000!
jugendliche eine Saalschlacht mit der Polizei. Auch hier setzte die Polizei
Gummiknüppel, Tränengas und Wasserwerfer ein um der Lage Herr zu werden.Das
erscheinen der „Halbstarken“ war nicht allein auf Deutschland beschränkt
sondern konnte auch in vielen anderen Ländern Europas beobachtet werden. So
gab es in England z.B. die
„Teddy Boys“ und die „Ton-Up Boys“, in Dänemark gab es die ,,Laeder-jakken",
in Spanien die ,,Gamberros", in Österreich die ,,Platten-Brüder",
in Frankreich die ,,blouson-noirs", in der Sowjetunion die
,,Hooligans", in Schweden die sogenannten „Raggare“ oder „Skinnknuttar“
und in Japan die „Taiyozoku“.
Was
war das Ziel dieser Jugendlichen oder gegen was rebellierten sie?
Ich möchte hier die Fragen mit einem Zitat aus dem Film The Wild One von Marlon Brando beantworten.Als Johnny (Brando) gefragt wird: „What are you rebelling against Johnny?” (Gegen was rebellierst du?) antwortet er: “What have you got.” (Was hast du anzubieten.)Kurzum die jugendlichen pfiffen auf die Konventionen und bigotte Heuchelei der Erwachsenen.In diesem Zusammenhang kann man auch sagen, das die Jugendkultur als ganzes die Jugendrevolte provozierten, der Rock´n´Roll war nur die Begleitmusik zu diesem Spektakel das seinen Höhepunkt in den 60er Jahren erreichen sollte, das ist aber eine andere Geschichte.
Schluss?
Am Ende der 50er war der Rock´n´Roll in seiner ursprünglichen Form praktisch Tod. Doch die Musik und das Lebensgefühl dieser Zeit existieren weiter in Europas Underground Rock´n´Roll & Rockabilly Szene und wird noch heute von ihr hochgehalten.
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